Kooperation

Fair Pay für Kulturarbeit

Ein Hinweis auf die wichtige Arbeit der IG Kultur und Tiroler Kulturinitiativen (TKI) und ein Einblick in die Arbeitsrealität der freien Kunst- und Kulturszene.

Faire Bezahlung in Kunst und Kultur

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Worum geht’s?

Kunst- und Kulturarbeit wird oft schlecht oder gar nicht bezahlt. Die typische Beschäftigungsform in diesem Feld ist atypisch: prekäre Beschäftigung, diskontinuierliche Arbeitsverhältnisse mit Phasen der Erwerbslosigkeit zwischen Engagements oder Projekten mit der Folge, dass ein Anspruch auf Arbeitslosengeld nie erreicht wird. Ein unregelmäßiges und kaum planbares Einkommen hat außerdem mangelnde soziale Absicherung im Krankheitsfall und fehlenden Schutz vor Altersarmut zur Folge. Ein großer Teil der meist gut ausgebildeten Akteur*innen lebt an oder unter der Armutsgefährdungsgrenze, wie die Studie zur sozialen Lage der Kunstschaffenden und Kulturvermittler*innen in Österreichbelegt (2018).

Interessenvertretungen im Kunst- und Kulturbreich machen seit Jahren auf diese untragbare Situation aufmerksam. Mittlerweile ist das Thema bei den kulturpolitisch Verantwortlichen angekommen: Die Umsetzung einer „Fair-Pay“-Strategie steht im türkis-grünen Regierungsprogramm und ist eines der wichtigsten Regierungsversprechen für die Freie Szene.

Fairness Symposium

Am 30. September 2021 fand auf Einladung des BMKÖS das Fairness Symposium in Wien statt. Fair Pay sei ein zentrales Element im Fairness Prozess, sagte Kunststaatssekretärin Andrea Mayer in ihrerer Eröffnungsrede.

Dennoch gab es auch Kritik von den Interessenvertretungen, denn nur eine faire Förderpraxis führt zu fairer Bezahlung! Dafür braucht es aber eine massive Erhöhung der Kulturbudgets auf allen Ebenen.

“Katerstimmung und Neubeginn” lautet das Resümee zum Fairness Symposium der IG Kultur Österreich, nachzulesen auf deren Webseite: hier
Das Symposium zum Nachschauen gibt es: hier

Was bedeutet eigentlich Fair Pay?

Zeitgleich zum Fairness Symposium sind zwei wichtige Publikationen zum Thema Fair Pay erschienen:
  • Die IG Kultur Österreich hat ein Fair Pay Manifestveröffentlicht, dass in Kooperation mit ihren mehr als 800 Mitgliedsinitiativen, u.a. der TKI, erarbeitet wurde. Es beschreibt die Voraussetzungen für Fair Pay, enthält konkrete Umsetzungsschritte und Forderungen an die Politik.
  • Der Kulturrat Österreich, Zusammenschluss sämtlicher kultureller Interessenvertretungen in Österreich, hat einen Fair Pay Reader veröffentlicht. Dieser gibt erstmals einen Überblick über sämliche Honorar- und Gehaltsempfehlungen, die aktuell in Österreich für den Kunst- und Kulturbereich verfügbar sind.
    Darin enthalten sind auch das Gehaltsschema der IG Kultur Österreich und der seit 2009 existierende Honorarspiegel der TKI – eine der ersten Empfehlungen für Fair Pay im Kulturbereich in Österreich.
    Mehr Informationen dazu: hier

Was passiert aktuell?

  • Das Gallup Institut erhebt aktuell im Auftrag des BMKÖS den Fair Pay Gap in Österreich – also den Finanzbedarf, um künftig Kunst- und Kulturarbeit nach den Fair Pay Richtlinien zu bezahlen.
    Die Ergebnisse aus dieser Erhebung sollen Anfang 2022 vorliegen auf deren Basis der weitere Fair Pay Prozess des Bundes mit den Bundesländern aufgebaut wird.
  • Ein erstes positives Signal in Richtung Finanzmittel für Fair Pay gab es am 13. Oktober: Laut Andrea Mayer sind im Bundesbudget für das Jahr 2022 10 Mio. Euro für Fair Pay reserviert – ein wichtiger erster Schritt (siehe Der Standard vom 13.10.2021).
  • Im Bundesland Salzburg wird Fair Pay bereits umgesetzt – ein enorm wichtiger kulturpolitischer Schritt, den Salzburgs Kulturlandesrat Heinrich Schellhorn gesetzt hat. Bis 2024 wird Salzburg 1 Mio Euro für die Umsetzung von Fair Pay zur Verfügung stellen. Das Salzburger Modell wurde in Kooperation zwischen dem Land Salzburg und dem Dachverband Salzburger Kulturstätten und Kulturakteur*innen erarbeitet und gilt als good practice Beispiel für ganz Österreich (siehe orf.at vom 4.10.2021).

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